Dyskalkulie
Dyskalkulie ist eine Rechenstörung, die sich durch anhaltende Schwierigkeiten beim Erlernen und Anwenden mathematischer Grundfertigkeiten zeigt. Sie ist keine Folge von mangelnder Intelligenz oder unzureichendem Unterricht, sondern eine spezifische Lernstörung mit neurologischen Ursachen.
Die Symptome treten oft schon in der Grundschule auf und äußern sich in verschiedenen Bereichen der Mathematik:
1. Schwierigkeiten mit Zahlen und Mengen
- Probleme, Mengen zu erfassen (z. B. drei Äpfel ohne Zählen zu erkennen)
- Schwierigkeiten, Zahlenwerte zu vergleichen (z. B. „Was ist größer: 8 oder 12?“)
- Verwechslung ähnlicher Zahlen (z. B. 6 und 9 oder 13 und 31)
2. Probleme beim Rechnen
- Schwierigkeiten mit den Grundrechenarten (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division)
- Fingerzählen bleibt lange erhalten
- Fehler beim Zehnerübergang (z. B. 8 + 5 wird als 12 gerechnet)
- Probleme beim Kopfrechnen oder Merken des Einmaleins
3. Fehlendes Verständnis mathematischer Konzepte
- Schwierigkeiten mit Stellenwerten und dem Erkennen von Teilmengen (z. B. dass 45 aus vier Zehnern und fünf Einern besteht)
- Fehlendes Verständnis für Brüche, Maßeinheiten oder Zeitangaben
- Probleme beim Lösen von Textaufgaben (selbst wenn sie lesen können)
4. Schwierigkeiten mit Alltagsmathematik
- Probleme beim Ablesen der Uhr oder beim Umgang mit Geld
- Schwierigkeiten beim Schätzen von Mengen, Längen oder Zeit
- Unsicherheit beim Einhalten von Reihenfolgen (z. B. Wochentage, Monate)
Kinder mit Dyskalkulie vermeiden oft mathematische Aufgaben, haben Angst vor Mathe-Tests und entwickeln ein negatives Selbstbild in Bezug auf Zahlen und Rechnen.
Dyskalkulietraining
Das Dyskalkulietraining ist eine gezielte Förderung für Kinder mit Rechenstörungen. Es hilft ihnen, mathematische Grundlagen besser zu verstehen und ihre rechnerischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern. Das Training wird individuell angepasst und auf die speziellen Schwierigkeiten Ihres Kindes abgestimmt.
1. Förderung der Zahlen- und Mengenwahrnehmung
- Mengenbilder erkennen
- Zahlenreihen ordnen und Lücken füllen
- Vergleiche von Mengen
2. Training der Grundrechenarten
- Rechnen mit Anschauungsmaterial
- Zerlegen von Zahlen
- Übungen zum Zehnerübergang
- Aufbau des Einmaleins mit Mustern und Visualisierungen
3. Förderung des mathematischen Verständnisses
- Stellenwertsystem begreifen (z. B. 45 = 40 + 5)
- Textaufgaben lösen lernen (Schritt für Schritt, Zeichnungen nutzen)
- Brüche und Maßeinheiten anschaulich machen
4. Verbesserung der Denk- und Merkstrategien
- Merkhilfen für Rechenaufgaben (z. B. Fingertricks, Reime)
- Schrittweise Herangehensweise an Aufgaben
- Spielerische Wiederholungen zur Automatisierung von Wissen
5. Abbau von Mathe-Angst und Stärkung der Motivation
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